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Shibori: Vielfältige Färbekunst aus Japan

Wiederverwenden, Reparieren und Umfunktionieren liegen im Trend. Das Stilbüro bora.herke.palmissano nimmt mit dem Creativeworld Trend SECOND STRATEGY die Idee des Recyclings auf. Die Devise lautet: Einfallsreich ausbessern statt wegwerfen und somit ausgedienten und beschädigten Dingen ein zweites Leben verleihen. So hat das Designer Team auch die traditionelle Japanische Färbekunst wieder entdeckt: Shibori.

Shibori (絞り), von shiboru (絞る), „auspressen“ oder „auswringen“, bezeichnet eine japanische Art der Stofffärbung und ähnelt der als Batik bezeichneten Technik. Anders als beim Batiken wird bei Shibori der Stoff nicht nur gebunden, sondern auch gewickelt, gefaltet, gepresst oder genäht. Mithilfe dieser Techniken erzielt man eine Vielfalt an Mustern auf den so bearbeiteten Stoffen.

Shibori-Indigo-Muster von einem Kunsthandwerker auf Bali, der natürlich gefärbte Stoffe herstellt.

Shibori-Indigo-Muster von einem Kunsthandwerker auf Bali, der natürlich gefärbte Stoffe herstellt.

Foto von Dimaz Fakhruddin auf Unsplash

Shibori auf gemustertem Seidensatin aus dem 18. Jahrhundert

Shibori auf gemustertem Seidensatin aus dem 18. Jahrhundert

Diese Datei wurde als Teil des Partnerprojektes mit dem Metropolitan Museum of Art an Wikimedia Commons gespendet. https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=58768317

Aus pflanzlichen Quellen gewonnener Indigo Quelle: gitane, CC BY 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/3.0>, via Wikimedia Commons
Aus pflanzlichen Quellen gewonnener Indigo Quelle: gitane, CC BY 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by/3.0>, via Wikimedia Commons

Bereits vor tausend Jahren färbte man in Japan mit dieser Technik. Zunächst nutzte die weniger wohlhabende Bevölkerung diese Technik um alte Kleidung aufzufrischen. Später wurde Shibori zu einer kunstvollen Gestaltung von Kimonos und textilen Accessoires der Adligen.

Das Besondere an Shibori ist, dass die Dreidimensionalität und die Textur des Stoffes hervorgehoben werden. Da es bis zum 20. Jahrhundert in Japan kaum Zugang zu vielen Arten von Stoffen und Farben gab, waren die bis dahin verfügbaren Stoffe meist Seide und erst später Baumwolle. Der Hauptfarbstoff war Indigo, der in Japan aus dem Färber-Knöterich gewonnen wurde.

Shirbori ist ein gutes Beispiel für die Wiederentdeckung und Weiterentwicklung traditioneller Kreativ-Techniken. Das Färbeverfahren bietet neben der klassischen Stoffbearbeitung viele Optionen. Frei nach dem Motto „Geht nicht gibt es nicht“, kann Shibori mit den unterschiedlichsten Materialien umgesetzt werden. So zum Beispiel mit Papier, wobei sich das japanische Seiden-Papier besonders gut eignet, da es sehr saugfähig und gut zu falten ist.  

Shibori heute – ob mit Stoffen oder Papier, jedes Stück ist ein Unikat
Shibori heute – ob mit Stoffen oder Papier, jedes Stück ist ein Unikat Quelle: https://missredfox.de/shibori/

Die Bloggerin Ioana Golzke, alias Miss Red Fox, ist ein Fan der Shibori-Technik: „Ich mag Shibori, weil die Technik aus Japan kommt und ich traditionelle Künste und das Handwerk aus Japan sehr liebe. Außerdem mag ich die Farbe Blau und insbesondere Indigo und Papier ist mein Lieblingsmaterial. Und wenn das Papier Washi aus Japan ist, wie ich es oft verwende, dann umso besser“, sagt die Kreativ-Bloggerin. „Dazu finde ich, dass Shibori mit echtem Indigo immer ein bisschen wie „Magic“ ist, wenn sich die Farbe von Grün in Blau ändert und sich die ganze Schönheit des Musters erst beim Auspacken der „Päckchen“ entfaltet. Es ist toll wie Papier und Stoffe durch die Färbetechnik veredelt werden können und somit etwas Neues erschaffen wird. Da sich die Färbungen nie ähneln bekommt man mit jeder Färbung ein Unikat.

Und wie genau Shibori funktioniert hat Miss Red Fox auf ihrem Blog https://missredfox.de/shibori/ anschaulich beschrieben. Viel Spaß beim Färben.