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KI-Suche im Handel: Wie Produkte in ChatGPT & Co. sichtbar werden
23.09.2026
Immer mehr Menschen nutzen ChatGPT, Gemini oder Claude auch für die Produktsuche. KI-Expertin Sharon Gai erklärt, warum Produktseiten dafür mehr Kontext brauchen, wie Händler generative KI für Produktbilder einsetzen können und welche KI-Tools sich für den Einstieg eignen.
KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Claude eröffnen einen zusätzlichen Zugang zur Produktsuche.
Klare und detaillierte Produktinformationen helfen KI-Systemen, Produkte und ihren Nutzungskontext besser einzuordnen.
Neben Produktbeschreibungen sind vollständige, aktuelle und strukturierte Produktdaten wichtig.
Generative KI kann Händler auch bei der visuellen Produktkommunikation unterstützen.
Für den Einstieg empfiehlt Sharon Gai, konkrete Anwendungen zu testen und verschiedene KI-Tools kennenzulernen.
„Je mehr Kontext Sie auf Ihrer Produktdetailseite geben, desto größer ist die Chance, dass Ihr Produkt in einer KI-Antwort auftaucht.“
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KI-Suche verändert die Produktsuche
Produktsuche findet nicht mehr ausschließlich über klassische Suchmaschinen, Online-Shops oder Marktplätze statt. Auch KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Claude können genutzt werden, um Produkte zu entdecken, zu vergleichen oder Empfehlungen für konkrete Anforderungen zu erhalten.
Dabei verändert sich die Art der Suche: Statt einzelner Keywords können Nutzerinnen und Nutzer in natürlicher Sprache beschreiben, was sie suchen, für welchen Zweck sie ein Produkt benötigen oder welche Eigenschaften ihnen wichtig sind.
Für Händler und Marken entsteht damit ein zusätzlicher Kontaktpunkt. Produktinformationen müssen so eindeutig sein, dass sowohl Menschen als auch KI-Systeme verstehen können, was ein Produkt bietet und für welche Anfrage es relevant sein könnte.
Warum Produktseiten mehr Kontext brauchen
Für Sharon Gai liegt ein wichtiger Ansatzpunkt direkt auf der Produktdetailseite. Insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen können hier ansetzen, ohne zunächst zusätzliches Marketingbudget investieren zu müssen.
Ihr Beispiel: Wer ein Sofa verkauft, sollte es nicht lediglich als „Sofa“ beschreiben. Zusätzliche Informationen können deutlich machen, ob es etwa für ein Wohnzimmer oder Büro geeignet ist, in welchem Nutzungskontext es eingesetzt wird oder welche Anforderungen es erfüllt.
Produktinformationen können deshalb unter anderem folgende Fragen beantworten:
Was ist das Produkt?
Für wen ist es geeignet?
Wo und wie wird es eingesetzt?
Welche Eigenschaften und Funktionen bietet es?
Welche konkreten Bedürfnisse oder Anforderungen erfüllt es?
Dabei geht es nicht darum, Produktseiten möglichst lang zu machen. Entscheidend sind konkrete und verständliche Informationen, die das Produkt eindeutig beschreiben und einordnen.
Produkttexte sind jedoch nur ein Teil der Informationsgrundlage. Auch vollständige und aktuelle Angaben etwa zu Eigenschaften, Varianten, Preis oder Verfügbarkeit sowie strukturierte Produktdaten können für die Auffindbarkeit in KI-gestützten Shopping-Angeboten relevant sein.
Generative KI für die visuelle Produktkommunikation
Auch bei der visuellen Präsentation von Produkten sieht Sharon Gai konkrete Einsatzmöglichkeiten für Generative KI.
Produktbilder spielen im Handel eine wichtige Rolle. Gleichzeitig können Fotografie, Set-Aufbau und Bildbearbeitung zeit- und kostenintensiv sein. KI-Bildtools ermöglichen es beispielsweise, Hintergründe zu variieren oder ein bestehendes Produkt in unterschiedlichen visuellen Situationen zu inszenieren.
So können Händler schneller Bildvarianten für unterschiedliche Kommunikationskanäle oder Nutzungskontexte entwickeln. Generative KI ersetzt dabei nicht grundsätzlich klassische Produktfotografie, kann bestehende Produktionsprozesse aber ergänzen.
Wo KI-Bildtools unterstützen können
Mögliche Einsatzfelder sind beispielsweise:
unterschiedliche Hintergründe für bestehende Produktdarstellungen
verschiedene Nutzungs- und Anwendungssituationen
Varianten für unterschiedliche Kommunikationskanäle
erste visuelle Konzepte und Kampagnenideen
Entscheidend bleibt, dass generierte Darstellungen das tatsächliche Produkt korrekt wiedergeben und verantwortungsvoll eingesetzt werden.
Tipps für Retailer
Produktseiten um Kontext ergänzen Beschreiben Sie nicht nur Merkmale eines Produkts, sondern auch Anwendung, Zielgruppe und relevante Nutzungssituationen. So wird klarer, zu welchen Bedürfnissen und Suchanfragen ein Produkt passt.
Produktdaten vollständig und aktuell halten Prüfen Sie neben den Produkttexten auch strukturierte Angaben zu Eigenschaften, Varianten, Preisen und Verfügbarkeit. Je eindeutiger und aktueller die Daten sind, desto besser können digitale Systeme sie verarbeiten.
Die eigene Produktsichtbarkeit testen Stellen Sie ChatGPT, Gemini oder Claude typische Fragen zu Ihrer Produktkategorie. Welche Produkte, Marken und Quellen werden genannt? Solche Tests können Hinweise auf Informationslücken geben.
Mit einem konkreten KI-Anwendungsfall starten Statt möglichst viele Anwendungen gleichzeitig einzuführen, empfiehlt sich ein klar umrissener Einstieg – beispielsweise bei Recherche, Textarbeit oder visuellen Konzepten.
Verschiedene KI-Tools kennenlernen ChatGPT, Gemini, Claude und andere Anwendungen entwickeln sich kontinuierlich weiter. Testen Sie deshalb, welches Tool für welche Aufgabe und für die Anforderungen Ihres Unternehmens sinnvoll ist.
Sharon Gai ist Expertin für KI, E-Commerce und digitale Transformation mit internationalem Fokus auf Retail und Konsumgüter. Bei Alibaba beriet sie Marken und Entscheidungsträger zu digitaler Strategie, programmatischem Marketing und künstlicher Intelligenz.
Sie ist Autorin von Ecommerce Reimagined und How To Do More with Less Using AI und beschäftigt sich mit dem praktischen Einsatz von KI in Unternehmen und im Handel.
Bei der KI-Suche nutzen Konsumentinnen und Konsumenten KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini oder Claude, um nach Informationen, Empfehlungen oder passenden Produkten zu suchen. Statt einzelner Keywords können sie ihre Anforderungen in natürlicher Sprache formulieren.
Klare und vollständige Produktinformationen helfen KI-Systemen dabei, ein Produkt und seinen Nutzungskontext einzuordnen. Neben verständlichen Produktbeschreibungen können auch strukturierte und aktuelle Produktdaten eine wichtige Rolle spielen. Eine bestimmte Platzierung in einer KI-Antwort lässt sich dadurch jedoch nicht garantieren.
Relevant sind unter anderem eine eindeutige Produktbeschreibung, Eigenschaften und Funktionen, Zielgruppe und Nutzungskontext sowie aktuelle Angaben zu Varianten, Preis und Verfügbarkeit. Entscheidend ist, dass Informationen korrekt, konkret und möglichst vollständig sind.
Generative KI kann Händler beispielsweise bei Recherche, Textarbeit, Wissensmanagement oder der Entwicklung visueller Inhalte unterstützen. Welcher Einsatz sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Aufgabe und den Anforderungen des Unternehmens ab.