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Diese Tipps und Tricks helfen Ihnen

Der Einzelhandel auf dem Weg in die Nachhaltigkeit

28.09.2022

Nachhaltigkeit ist ein immer stärker werdendes Kaufkriterium, denn Verbraucher wollen heute alles ganz genau wissen. Sie fragen nach der Herkunft eines Produkts, dem Material und danach, ob es repariert werden kann.

Das Jahrhundertthema Nachhaltigkeit ist im Handel angekommen. Für Sie als Einzelhändler*in stellen sich jetzt folgende Fragen: Abwarten oder mitmachen? Verlust oder Gewinn? Und was ist das eigentlich, nachhaltig, und was bedeutet es für mein Geschäft? Investitionen in dieses Thema zahlen sich langfristig aus – darin sind sich Branchenexperten einig. Profitieren Sie von bestehenden Best Practices aus dem Handel und von den nachhaltigen Produktangeboten und Lösungen, die auf den Frankfurter Konsumgütermessen präsentiert werden.

Zwei Frauen am Schreibtisch

Was ist nachhaltig?

Wenn eine Ressource gebraucht wird, aber künftigen Generationen in der gleichen Menge und Qualität zur Verfügung steht, wenn also nichts verschwendet wird und nichts verschwindet – dann ist das Nachhaltigkeit. Und dabei ist es egal, um welche Ressource es sich handelt: ökologische, ökonomische oder soziokulturelle Mittel und Fähigkeiten beziehungsweise Energien oder Potenziale. Es sollte immer weniger verbraucht werden, als da ist, und das möglichst ohne Nebenwirkungen wie Verschmutzung, Erschöpfung oder Müll. Ressourcen müssen regenerieren können, damit sie wieder mindestens auf das vorherige Niveau wachsen. Schließlich geht es auch darum, kommenden Generationen eine schöne, starke und lebendige Erde zu hinterlassen. Und auf dieses Ziel können sich schließlich alle einigen.

Aufzählung Nachhaltige Produkte

„Neo-Ökologie ist der Megatrend, der die 2020er prägen wird wie kein anderer: Umweltbewusstsein wird vom individuellen Lifestyle zur gesellschaftlichen Bewegung, Nachhaltigkeit vom Konsumtrend zum Wirtschaftsfaktor.“

Dach

Umweltbewusstsein ist wettbewerbsfähig

In einer Umfrage des Statista Research Departments* forderten 62 Prozent der Österreicher*innen 2021 die Umsetzung von Maßnahmen zur Müllvermeidung, zum Recycling und für nachhaltige Verpackungen. Für 46 Prozent war die Schonung von Ressourcen die dringlichste Nachhaltigkeitsmaßnahme von Handelsunternehmen. 2022 antworteten demselben Marktforschungsinstitut** 84 Prozent der deutschen Verbraucher*innen, dass sie es gut fänden, wenn Retouren nicht vernichtet werden dürften. Drei Viertel gaben an, dass Online-Händler*innen nachhaltigeres Verpackungsmaterial verwenden sollten, und rund ein Drittel sagte aus, sich vor dem Kauf über die Nachhaltigkeitsaktivitäten der Händler*innen zu informieren. Auch die Google-Omnichannel-Excellence-Studie 2022 kommt zu dem Schluss, dass Nachhaltigkeit immer mehr nachgefragt wird.

Statistik
Statistik

Quelle:
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1286906/umfrage/umfrage-zu-gewuenschten-nachhaltigkeitsmassnahmen-in-handelsunternehmen-oesterreich/

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1317460/umfrage/nachhaltigkeit-im-online-handel-in-deutschland/

Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit sind also nur scheinbar Gegensätze. „Im Fokus steht dabei die Frage, welche Auswirkungen die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens auf Umwelt und Öffentlichkeit hat und wie das Thema die Geschäftsmodelle beeinflusst“, so Hendrik Fink, Partner und Leiter Sustainability Services bei PwC Deutschland.

Ist Nachhaltigkeit das neue Zauberwort im Verkauf? Ja, unbedingt! Mit Umweltbewusstsein beweisen Sie Zukunftsfähigkeit und strahlen Verantwortlichkeit und Transparenz aus. Sie steigern Ihre Glaubwürdigkeit. Nachhaltigkeit ist gut fürs Image, gerade weil es sich hier nicht um ein Marketing-Tool handelt, sondern um ein grundlegendes Handlungsprinzip, das alle Geschäftsbereiche durchdringt – von Ladenbau und -ausstattung über die Sortimentszusammenstellung bis hin zum Point of Sale.

„Es geht um Glaubwürdigkeit. Haltung, Konsequenz und Transparenz sind im Einzelhandel beim Thema Nachhaltigkeit entscheidend.“

Stephan Telschow

Die Sortimentszusammenstellung: gewusst wie, gewusst wo

Aber wo finden Sie nachhaltige Produkte für Ihr Geschäft und Ihr Sortiment? Machen Sie es sich nicht schwerer als nötig. Hören Sie zum Beispiel im Podcast, worauf Mimi Sewalski achtet, wenn sie für den Avocadostore ordert – ein Online-Marktplatz für ausschließlich grüne Produkte. Sie können sich über Labels für umweltbewusste Produkte informieren. Bei einigen Messen wie der Ambiente, der Christmasworld und der Creativeworld in Frankfurt können ab Anfang Dezember spezialisierte Anbieter von nachhaltigen Konsumgütern gezielt in der Ausstellersuche über den Filter Special Interest „Ethical Style“ gefunden werden:

ethical Style Produkt

Zudem sind ihre Stände mit dem Ethical Style Label gekennzeichnet. 2023 werden erstmals auch Ethical Style Spots auf dem Messegelände und in den Hallen nachhaltig hergestellte Ausstellerprodukte vorstellen.

Außerdem: Auf der Ambiente fokussiert eine Reihe von Sonderpräsentationen Nachhaltigkeit in Verbindung mit Design. Die World Fair Trade Organisation wird mit einem internationalen Angebot an traditionellem Kunsthandwerk erwartet. Genauso können am Stand der Initiative MADE51 des Flüchtlingswerks der Vereinten Nationen UNHCR hochwertige handwerkliche Produkte geordert werden, die Flüchtende nach althergebrachten Techniken und mit überlieferten Designs angefertigt haben. Bei der Materialausstellung von Haute Innovation geht es um innovative Werkstoffe und die daraus entstehenden Produkte rund um die Tischkultur. Der Inhaber und Geschäftsführer der Zukunftsagentur für Material und Technologie Haute Innovation Dr. Sascha Peters erwartet „die weitreichendsten Innovationen für nachhaltiges Interior Design im biologischen Kreislauf an der Schnittstelle zwischen Biologie und Technologie“ – also an dem Punkt, an dem sich Recycelfähigkeit manifestiert.

MEHR DETAILS

„Designer*innen sind Change Maker.“

Dr. Harald Gründl

„Beim Design geht es um Emotionen – niemand kauft ein hässliches Produkt, egal wie nachhaltig es ist,“ so die Trendanalystin und Journalistin Susanna Björklund in ihrem Vortrag „Sustainability and Empathy in Design“ beim Online-Event  „Sustainability meets Design“ für die Frankfurter Konsumgütermessen. Die Herausforderung für Ihr erfolgreiches Sortiment besteht also darin, schön und nachhaltig zu ordern.

Nachhaltigkeit im Geschäft

Ressourcenschonung und Ökologie sind Ansprüche, die gemeinsam gelebt werden müssen. Nachhaltigkeit ist eine Philosophie mit umfassender Perspektive, die nicht bei Teilbereichen Halt macht. Auf lange Sicht sind Sie damit auf der Gewinnerseite. Bereiten Sie sich auf Ihr umweltbewusstes Geschäft vor. Was ist zu tun? Dafür benötigt es nicht direkt einen kompletten Rundumschlag – gehen Sie in kleinen Schritten voran. Hier einige Anregungen:

Bei der Ladeneinrichtung: Stärken Sie Ihr Image mit einer ökologischen Einrichtung. Mit qualitativ hochwertigen Theken, Verkaufstischen oder Regalen aus Holz, das aus nachvollziehbaren und zertifizierten Quellen kommt, reduzieren Sie die Umweltbelastung. Und falls Sie über ein Außengelände verfügen, gestalten Sie es naturnah. Tipp: Beschäftigen Sie bevorzugt regionale Handwerker.

Bei der Verpackung: Erhöhen Sie Ihre Glaubhaftigkeit und legen Sie Wert auf umweltfreundliche, biologische und wiederverwertbare Verpackungen sowie Mehrwegsysteme. Bieten Sie an, Verpackungen zurückzunehmen, und verkaufen Sie wenn möglich ohne Umverpackung.

Beim Müll: Richten Sie Rücknahmestellen für Batterien, Altgeräte, Papier, Holz etc. ein. Trennen Sie Müll und sorgen Sie für eine umweltgerechte Entsorgung bzw. Recycling. Arbeiten Sie mit Hilfsorganisationen wie der Tafel oder der Kleiderkammer zusammen.

Bei der Lieferung: Bestehen Sie auf eine umweltverträgliche Anlieferung und die Auslieferung in energieeffizienten Fahrzeugen sowie auf den klimaneutralen Versand der Post. Bieten Sie Transparenz entlang der kompletten Lieferkette und verkürzen Sie Transportwege, wo immer es möglich ist.

Bei der Energie: Sie sparen, wenn Sie den eigenen Energieverbrauch verbessern, zum Beispiel beim Wasser oder bei der Beleuchtung. Nutzen Sie LED- bzw. Energiesparlampen und einen Kühlschrank mit klimafreundlichen Kühlmitteln. Und natürlich lohnen sich auch langfristige Investitionen wie Photovoltaik und Wärmepumpe.

Im Büro: Für viele Ausstattungen und Einrichtungen gibt es mittlerweile umweltfreundliche Alternativen – von den Möbeln und dem Bürobedarf über Recyclingpapier und nachhaltige Kassenrollen bis hin zum Drucker.

In der Zusammenarbeit: Sie wollen, dass es Ihren Mitarbeiter*innen gut geht. Deshalb stellen Sie ihnen Arbeitskleidung zur Verfügung und statten sie mit Hilfsmitteln aus. Sie sorgen für verträgliche Arbeitsbedingungen, dazu gehört, dass Sie Mitarbeiter*innen zuhören und fördern, ebenso wie automatisierte Abläufe und soziale Angebote.

Im Kundenkontakt: Sie kommunizieren Informationen zu Ihrem Sortiment und Ihren Geschäftsabläufen hinsichtlich Recycling, Nachhaltigkeit und Transparenz. Um Ihre Ausrichtung zu verdeutlichen, können Sie zu Spenden, beispielsweise für regionalen Naturschutz, anregen und mit Gewinnspielen oder POS-Aktionen aufmerksam machen.

Ein Konzept mit Zukunft

Ein Konzept mit Zukunft

Der schwedische Trendexperte und Journalist Stefan Nilsson, bekannt als „Trendstefan“, hat ganz konkrete Vorstellungen. Im Rahmen des von der Messe Frankfurt 2022 ausgerichteten Online-Events Future Retail sieht er ein abnehmendes Konsumverhalten voraus, was übrigens durch neueste Studien unter anderem von McKinsey untermauert wird. Sein Credo: „Nicht resignieren, sondern handeln! Was können wir hier konkret ändern, wo holen wir unsere Kund*innen jetzt ab?“ Die Antwort heißt für ihn: Nachhaltigkeit! „Resale, Restore, Remake, Repair oder auch Rent, das ist heute gefragt. Seien Sie kreativ und ergänzen Sie Ihr Sortiment, indem Sie Artikel oder Services zur Reparatur anbieten“, so Nilssons Aufruf für ein zukunftweisendes Konzept im stationären Einzelhandel.

Letztendlich treiben keine einzelnen Maßnahmen, sondern die Bündelung und Einordnung innerhalb einer ganzheitlichen Vorgehensweise die Entwicklung Ihres Geschäfts voran. Definieren Sie Ziele, planen Sie vorausschauend: Erstellen Sie eine Nachhaltigkeitsstrategie für Ihr Geschäft. Und beweisen Sie Mut zur Lücke – probieren Sie aus, testen Sie, ob und wie Sie Ihre Kund*innen überzeugen können.

„Nachhaltigkeit soll Freude machen.“

Mimi Sewalski

Fazit

Händler*innen, die sich jetzt in Richtung Umweltfreundlichkeit orientieren wollen, können auf ein Netz von Informationen, Lieferanten und Vertriebswegen vertrauen. Große Bedeutung haben die nationalen und internationalen Treffpunkte des Handels – online und offline! Auf den Konsumgütermessen in Frankfurt ist Nachhaltigkeit ein Metathema.

Nachhaltigkeit floriert, verbreitet sich und wächst auch immer wieder nach. Immer öfter erfüllen Händler*innen die Anforderungen an einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur: Ihr Aushängeschild für Zukunftsorientiertheit, Umwelt- und Menschenfreundlichkeit. Jetzt mit unseren Tipps durchstarten!

Autor

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