Beschreibung
Lisa Larsons Yoga-Skulpturen zeigen ihre Kreativität auf der persönlichsten Ebene. Vier Skulpturen, die mit Licht und Schatten spielen und den Drang verkörpern, wirklich mit sich selbst in Verbindung zu treten. Über Jahrzehnte standen sie in ihrem Atelier und erinnerten sie liebevoll daran: Mach dein Yoga! Und tatsächlich übte Lisa ihre Yoga-Bewegungen, um eine sinnliche Verbindung zu ihrem inneren Selbst zu pflegen. Geist, Körper und Seele vereint in Bewegung. In ihren unglasierten und rohen Figuren fing Lisa Larson das Wesen des Yoga ein – den beständigen Versuch, das perfekte Gleichgewicht zu finden.
„Es ist schwer, es in Worte zu fassen; es geht einfach mit dem Körper und wie er sich ganz natürlich bewegt. Man ist vielleicht gestresst und erschöpft, und dann legt man alle Probleme und Sorgen ab und liegt still da, atmet langsam. Yoga hielt mich in Form“, erinnert sich Lisa Larson.
Die weltberühmte Keramikerin war eine frühe Anhängerin des Yoga und seiner zugrunde liegenden Philosophie, als diese Ende der 70er-Jahre erstmals in Schweden eingeführt wurden. Sie motivierte ihre Kolleg*innen in Gustavsberg und ihre kleinen Kinder, den Bus ins Herz von Stockholm zu nehmen, wo der Yoga-Unterricht im Wohnzimmer einer großen Wohnung stattfand. Zu Hause stand sie jedoch vor einer Herausforderung: Wie sollte sie sich an die Bewegungen erinnern, um den Tripod-Kopfstand, die Boots- oder die Hasenhaltung zu meistern? Ihre Figuren fangen diese Reise ein und bieten ein skulpturales Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung.
„Ich erinnere mich an die Stille in diesem großen Wohnzimmer, daran, wie man für mehrere Minuten in eine Haltung hineinsinkt und sie genießt, nur um zu entspannen. Yoga brachte mir eine ungetrübte Ruhe, und es war auch mit Kontemplation verbunden, um zu einer Tiefenruhe, zu einer seligen Erholung zu finden.“
Die Yoga-Figuren unterscheiden sich deutlich von Lisa Larsons dekorativeren Werken. „Ihre Yoga-Praxis begleitete sie durch ihr Leben“, sagt Anders Färdig, Gründer von Design House Stockholm. „Die Yoga-Figuren idealisieren keine Schönheit, sondern preisen das innere Gleichgewicht und die Stärke eines Menschen und behandeln den Körper als Ausdruck geistigen Wohlbefindens. Wir liebten sie sofort, als wir sie in ihrem Atelier sahen, wegen ihrer Sinnlichkeit. Das ist echte emotionale Funktionalität. Für sie selbst waren die Übungen ein Beitrag zu einem Lebensrhythmus und zu Balance im Leben.“
„Ton ist ein wunderbares Material; er ist so formbar. Ich genieße es unglaublich, wenn er mir genau richtig gelingt“, sagt Lisa Larson. „Für mich fangen die Figuren sowohl Ausdauer als auch Entspannung ein, Bewegung und Ruhe.“
Margot Barolo, Design Director bei Design House Stockholm, hat selbst einen Hintergrund im keramischen Handwerk und arbeitete eng mit Lisa Larson zusammen, um die Atelierstücke aus dem Jahr 1982 für eine größere Produktion anzupassen. „Wir haben viel darüber gesprochen, wie sich Körper verändern und sich in Bewegung verhalten“, sagt Margot Barolo über ihre Besuche in Lisa Larsons Atelier. „Wir mussten ihre Stücke so anpassen, dass das leicht pigmentierte Steinzeug beim Brennen schrumpft, damit die Proportionen der Originale unverändert erhalten bleiben.“
Lisa Larsons kunsthandwerkliches Schaffen machte sie bereits in den 50er-Jahren in Schweden zu einem bekannten Namen, aber auch im Ausland, besonders in Japan. Im Alter von 23 Jahren wurde sie ausgewählt, für die Porzellanfabrik Gustavsberg zu arbeiten. Mit der Freiheit, in ihrem eigenen Atelier zu schaffen, wurde ihr ursprünglich einjähriger Auftrag zu einer 26-jährigen Reise, in der sie einzigartige Skulpturen und Figuren entwarf, die in größeren Serien produziert wurden. 1980 wagte sie den Schritt in die Selbstständigkeit und erweiterte ihr Handwerk noch weiter. Ihr Atelier, reich an öffentlichen Arbeiten, beherbergte auch viele verborgene Schätze – darunter unvollendete Projekte und persönliche Erinnerungsstücke.
Die stilisierten Körper der Yoga-Figuren sind pragmatisch und schlicht, frei von ästhetischen Erwartungen. Die fülligen und rundlichen menschlichen Formen stehen in kräftigem Kontrast zu den dynamischen Zugkräften einer Übung. Geerdet und präsentiert auf ihren kleinen geflochtenen Bambusmatten erinnern die Yoga-Figuren daran: So wie eine Uhr uns die Zeit sagt oder ein Sessel uns Ruhe bietet, sprechen diese Skulpturen zu unserem Inneren – als sanfte Mahnung, nach innerem Gleichgewicht zu streben.





