Beschreibung
Die Vögel von Lisa Larson nisten seit 1967 in ihrem Atelier – fast vergessen zwischen all den Schätzen der berühmten schwedischen Keramikerin. Nun fliegen sie frei, nachdem sie von Design House Stockholm wiederentdeckt und neu aufgelegt wurden.
„Wir wohnten in Sausalito, in der Nähe von San Francisco, 1967 ein halbes Jahr lang“, erinnert sich Lisa Larson. „Ich studierte Keramik bei Peter Voulkos in Berkeley. Ich begegnete vielen kräftigen Farben und exotischen Mustern in der Volkskunst aus dem nahen Mexiko. Ich fing einfach an, diese Vögel zu malen, ohne eine Ahnung davon zu haben, wie man sie produzieren könnte.“
Die späten 60er-Jahre in den USA waren geprägt von Anti-Kriegs-Protesten und einer aufblühenden Hippie-Kultur. Flower Power war die Antwort auf Unterdrückung und symbolisierte den Beginn von Individualismus und vollkommener Freiheit des Ausdrucks. Lisa Larsons farbenfrohe Vogelschar entstand in dieser lebendigen und inspirierenden Zeit, in der pulsierende Musik erklang und eine junge Generation die Bühne eroberte.
Lisa Larson kam nach St. Louis, um eine Ausstellung ihrer keramischen Arbeiten aus Gustavsberg einzurichten. Sie und ihr Mann, der Künstler Gunnar Larson, fuhren anschließend mit ihren zwei kleinen Kindern in einem ausrangierten Polizeiwagen quer durchs Land. Auf ihrer ersten längeren Reise ins Ausland wurde sie betört von den üppigen, fröhlichen Blumenmustern der 60er-Jahre. Ihre Begeisterung teilte in Schweden auch ihre Schwester, die Modedesignerin Titti Wrange, die ebenfalls übergroße Muster in ihren Kleidern verwendete.
„Ich brachte Gouachefarben mit, in Nuancen, die man damals in Schweden unmöglich bekommen konnte“, erzählt Lisa Larson. „Ich fand einen pensionierten Schreiner, der mir diese Holzformen drehte, die ich dann selbst bemalte. Es war sehr viel Arbeit, und ich musste schließlich zu meiner eigentlichen Arbeit als Keramikerin zurückkehren.“
Ihr kunsthandwerkliches Talent machte sie bereits in den 1950er-Jahren in Schweden zu einem bekannten Namen, und auch im Ausland – besonders in Japan, wo sie 1981 ihre erste Einzelausstellung hatte. Katzen, Politiker, Engel und viele andere Motive verwandelte sie meisterhaft in rund 200 verschiedene Figuren für die Porzellanfabrik Gustavsberg. Müde davon, an eine einzige Fabrik gebunden zu sein, begann sie 1980 erfolgreich als freie Künstlerin zu arbeiten und erweiterte ihr Schaffen auf Gebrauchskeramik.
„Ich war voller Tatendrang, und diese Holzformen zu bemalen war für mich ganz selbstverständlich, da ich damals zu Hause keine Möglichkeit hatte, mit Keramik zu arbeiten“, sagt Lisa Larson. „Ich hatte keine Idee, wie sie in Schweden rekonstruierbar oder produzierbar sein könnten, aber ich war so inspiriert von allem, was ich sah.“
„Ich brachte Gouachefarben mit, in Nuancen, die man in Schweden damals nicht bekommen konnte, und fand einen pensionierten Schreiner, der mir diese Holzformen drehte, die ich dann selbst bemalte. Es war viel Arbeit, und es funktionierte auch nicht, einige meiner Freunde das Bemalen übernehmen zu lassen. Am Ende gab ich die Idee auf und kehrte zu meiner üblichen Arbeit als Keramikerin zurück.“
Ihr Schatz blieb seit 1967 gut behütet – zuerst im Sommerhaus der Familie in Südschweden und später in ihrem Atelier außerhalb von Stockholm. „Ich entdeckte diese großartigen Entwürfe bei einem Besuch in Lisas Atelier“, sagt Anders Färdig, Gründer von Design House Stockholm. „Ich war völlig fasziniert von diesen Vögeln, die nach Aufmerksamkeit verlangten. Warum waren sie nicht in Produktion? Der mexikanische Look, die übergroßen Flower-Power-Muster: Lisa Larsons Vögel sind fast wie Friedens tauben, eine Erinnerung an eine Zeit, in der die junge Generation gegen den Krieg protestierte und von einer neuen Gesellschaft träumte.“
Nun fliegen die Vögel frei und bringen etwas vom Geist von 1967 zurück. Leuchtende Farben, die das Leben feiern. Farben in vergrößerten Mustern, die die Seele kraftvoll erheben.





